Must-have 2020 oder SCHÖNER WOHNEN mit dem aufrollbaren Fernseher?

Unterhaltungselektronik – Hohe Wellen schlug letztes Jahr das erste aufrollbare TV-Gerät, das LG Electronics auf der CES in Las Vegas und auf der IFA in Berlin vorstellte. Vom „neuen Zeitalter des Fernsehens“ war da die Rede und vom „Potenzial, die Art und Weise völlig neu zu definieren, wie wir uns in Zukunft entspannen, Unterhaltung genießen, arbeiten und in den eigenen vier Wänden entfalten“. Der vom südkoreanischen Konzern anvisierte Verkaufsstart 2019 verstrich unbeachtet. Auf der CES 2020 wieder gezeigt, soll das rollbare Display nun tatsächlich dieses Jahr in nennenswerter Stückzahl auf den Markt kommen. Von Kerstin Albrecht-Aigner

Der SIGNATURE OLED TV R gehört zu einer LG-Produktserie aus Elektronikgeräten, die als Möbelstücke getarnt sind. Beispielsweise ermöglicht der aufrollbare Fernseher neben dem herkömmlichen Vollbild-Modus die Ansicht „Line View“. Hier rollt sich ein Teil des Displays in ein Sideboard-ähnliches Gehäuse ein und mutiert zur Anzeige für Musik, Uhrzeit oder Lieblingsfotos. Vollständig im Board verschwindet der Bildschirm dann im „Zero View“-Modus. Der Gedanke der Südkoreaner dahinter: Mit innovativen Produkten zu beweisen, dass Technologie ein Wohnzimmer oder einen Geschäftsraum – etwa ein Besprechungszimmer oder eine Empfangshalle – aufwerten kann, ohne das Flair der Inneneinrichtung zu zerstören.

Was den Kaufpreis dieses wohl eher unter „Lifestyle“ zu verbuchenden TV-Geräts angeht, übte LG 2019 noch größere Zurückhaltung. Jetzt gelangen im Rahmen der Berichterstattung zur diesjährigen CES erstmals genauere Informationen darüber an die Öffentlichkeit: Mit Anschaffungskosten von über 50.000 US-$ und damit teurer als viele Autotypen wird es der SIGNATURE OLED TV R nach erfolgter Markteinführung beim Otto Normalverbraucher wie auch im Unternehmensumfeld wohl eher nicht in die Kategorie Must-have 2020 schaffen. Und auch wenn das LG-Entwicklerteam bereits an einer ersten Produktvariante arbeitet – einem Gerät, das sich an der Zimmerdecke befestigen lässt – wird es wohl tatsächlich noch eine ganze Weile dauern, bis es beim Durchschnittsverdiener im Wohnzimmer heißt: „Schatz, roll‘ mal den Fernseher aus.“